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Die Ideen für den Umbau konzentrierten sich auf drei Aspekte: Erstens sollte das ganze weniger Energie verbrauchen, zweitens wollte ich beim Fischbesatz für eine Zielart (L200  HighFin, Baryancistrus demantoides) ein oprimales Habitat schaffen und drittens sollte ein Lebensraum geschaffen werden, in dem sich auch ein paar tropische Landtiere  wohlfühlen können.

Der wesentliche Energieverbrauch der vorigen Ausbaustufe resultierete aus der Beleuchtung. Die Beleuchtung mit Halogen-Spots und 2 Neonröhren entprach zwar meinen Vorstellungen, wie ein solches Paludarium hinsichtlich der Lichtverhältnisse ausgeleuchtet sein sollte. Dabei wird aber ein großer Prozentsatz der eingesetzten Energie in Wärme und nicht in Licht umgewandelt wird, der Grund warum dieses Aquarium mit rund 2.400 Litern über die Jahre ohne Heizer auskam (abgesehen von der Fußbodenheizung im Winter). Als Alternative bietet die heutige Technik eine LED-Beleuchtung. Diese wurde in einem ersten Schritt Anfang des Jahres installiert, wobei 18 LED-Spots mit je 1 Watt und 2 LED-Röhren mit je 13,5 Watt zum Einsatz kamen. Insgesamt wird das Becken nun also mit 45 Watt (pro Stunde) beleuchtet, gegenüber 575 Watt in der vorigen Ausbaustufe. Das Licht ist mindestens ebenso gut wie vorher, wenn nicht sogar noch natürlicher. Die fehlende Heizleistung muss nun aber durch einen Stabheizer kompensiert werden, wobei der Gesamtenergieverbrauch für Beleuchtung und Heizung aber immer noch deutlich unter dem vorigen liegt.

Und so begann ich dann im Frühjahr mit dem Umbau. Nach dem Ablassen des Wassers, der Entfernung der Vegetation im Landteil und der Entsorgung der inzwischen verrotteten Korkrückwände des Landteils sah das ganze dann so richtig trostlos aus.

Als erstes wurde der alte Ablauf des Aquariums entfernt, die Löcher nachhaltig verschlossen und eine neue Filterkammer eingeklebt.

Dann wurde eine neue Scheibe eingeklebt um die Aquariengröße zu verringern. Die Scheibe ist mit einer Bohrung versehe, durch den der Überlauf in einen Bach (siehe unten Aufbau Landteil) realisiert wurde. Die alten Rückwände im Aquarienteil wurden erhalten.

 

Das Aquarium hat jetzt eine Länge von etwa 2,80 m und  somit bei einer Höhe von 60 cm und einer Tiefe von unverändert 75 cm ein Gesamtvolumen von etwa 1.200 Litern, also immer noch ein Becken der etwas größeren Art. Im nächsten Bild sieht man das ganze dann im fertigen Zustand: im Hintergrund die Filterkammer (dort sind 3 kleine Strömungspumpen mit je 7,5 Watt installiert) und auf der rechten Seite ein großer Haufen aus etwa 500 kg Steinen, über den in einer Art Wasserfall das Wasser aus dem Überlauf/Bachlauf wieder in Becken zurückgeleitet wird.

 

Als dann das Wasser eingefüllt war konnte die erste spannende Frage beantwortet werden, funktioniert der Wasserkreislauf aus dem Becken mit einer kleinen Pumpe (18 Watt) zurück ins Becken und wie sieht der Wasserfall aus.

Nun, das ganze funktioniert mit einer Ringleitung (es wird noch an einigen anderen Stellen Wasser abgenommen, zur Bewässerung einzelner Landteile) hervorragend und ist auch gegenüber Wasserstandsschwankungen von bis zu 100 Litern (z.B. durch Verdunstung) absolut stabil, auch wenn der Wasserfall doch eher etwas bescheiden in der Dimensionierung wirkt, aber er geht Unterwasser ja noch weiter.

 

 

Als letztes wurde dann noch die Kante der neu eingeklebten Scheibe mit Moorkienholz kaschiert und fertig war das Aquarium, welches nun in Ruhe einlaufen konnte.

Und es gab noch viel zu tun. Die wichtigste Aufgabe war es zunächst den Landteil zu bauen. Es galt dabei zunächst eine zweite Ebene über dem Wasserreservoir aufzubauen. In diesem Reservoir sammelt sich ja das Wasser aus dem Bachlauf, welches dann von der Pumpe über den Wasserfall zurück ins Becken gepumpt wird. Dazu wurden drei genau dimensionierte PVC-Platten zugeschnitten und jeweils mit 9 cm hohen Standfüßen aufgeständert. Der Aufbau des Landteil konnte nur außerhalb des Aquariums erfolgen und diese 3 Landmodule mußten dann schließlich noch ins Becken eingesetzt werden, es galt also auch die Aspekte des Handlings zu beachten. Der ganze Aufbau wurde mit einfachen Styropor grob vorgefertigt und dann nach einer sehr detaillierten Anleitung von Peter Nowark (ENT-Terrarientechnik, Rees) Schritt für Schritt in eine fertige Landeinheit überführt. Peter, danke für Deine unermüdliche Unterstützung!

Nur das Styropor mit den bereits ausgeschäumten Lücken, der Bachlauf wurde mit einfachem HT-Rohren vorgefertigt und eingepaßt.

 

Besonders hübsch war die rosa Version mit dem Primer!

 

Hier, nach dem Auftragen von Rockoflex, kann man auch sehr gut die dreiteilige Modulstruktur des Landteils erkennen.

Abschließend wurde das ganze dann mit Elstopur eingestrichen, dadurch sehr hart und wasserfest, und gleichzeitig mit den Materialien Torf und Sand abgestreut, wodurch die Oberfläche sehr natürlich wirkt.

Auf diesem Bild sieht man den fertigen Landteil, vorne der Einlaufteich wo der Überlauf aus dem Aquarium reingleitet und aus dem der Bachlauf gespeißt wir. Das ganze ist immerhin rund 1,8 m lang und etwa 60 cm breit.

Nun wurde das ganze ins Becken geschafft und millimetergenau eingesetzt und ja, alles hat wunderbar gepaßt.

Der obere Teil, Überlauf Aquarium in den Teich und von da in den Bach

Der untere Teil mit der Bachmündung (in den Untergrund) und der Pumpe die das ganze über den Wasserfall wieder ins Becken pumpt.

 

Auf diesem Bild kann man gut die Aufständerung erkennen, bzw. das Wasserreservoir unter dem Landteil.

Nachdem nun alles eingebaut war, die Technik funktionierte und der Bach dahinplätscherte, konnten endlich die Pflanzen einziehen und das ganze durch viel Moorkienholz richtig aufgehübscht werden. Dazu jetzt ein paar Bilder.

Ein paar Farne, im Hintergrund der Bachlauf.

Der gut durch Pflanzen und Holz strukturierte Luftraum über dem Aquarium

Viele der Pflanzen blühen auch im Paludarium, und das unter LED-Beleuchtung.

Aber nicht nur den Pflanzen scheint es zu gefallen, inzwischen sind auch die ersten Landbewohner eingezogen. Ich habe mich dabei für Anolis entschieden und hierbei für eine Art, die ich selbst auf Dominica beobachten konnte. Anolis oculatus winstoni kommt dort in allen Habitaten der Insel vor, von den trockenen und feuchten Küstenbereichen bis in den tiefen Regenwald und selbst in den Trafalger Falls, also direkt in den Wasserfällen, konnte ich die Art beobachten.

Fortsetzung mit dem neuen Aquariumsbereich und seinen neuen Bewohnern folgt!

 

 

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